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Die Bibliothek Stanislas, Schätze Lothringens

Die Bibliothek Stanislas, Schätze Lothringens

In der Rue Stanislas, hinter einer eleganten Fassade des 18. Jahrhunderts, hütet die Bibliothek Stanislas einen der reichsten Erbebestände Lothringens. Vom König-Herzog Stanislas 1750 gegründet, bewahrt sie Handschriften, Inkunabeln, Druckgrafik und lothringische Dokumente und bleibt zugleich ein für alle offener Leseort.

Eine königliche Gründung

Die Geschichte der Bibliothek geht auf ein Edikt von Stanislas Leszczynski zurück, König von Polen und späterer Herzog von Lothringen, datiert auf den 28. Dezember 1750. Er schuf damals eine öffentliche Bibliothek, eine für einen Fürsten der Aufklärung typische Geste im Bemühen, Wissen zu verbreiten. Während der Revolution wuchsen die Bestände durch die aus religiösen Einrichtungen beschlagnahmten Werke beträchtlich. Seit 1794 in einem Universitätsgebäude des 18. Jahrhunderts untergebracht, wuchs die Bibliothek durch Schenkungen und Vermächtnisse von Sammlern weiter. Aus dieser langen Geschichte erbte sie einen besonderen Status: zugleich Leihbibliothek und Bewahrerin des schriftlichen Erbes Lothringens.

Handschriften, Inkunabeln und Lothringen-Bestand

Die Erbebestände beeindrucken durch ihren Umfang: mehrere tausend Handschriften, über dreihundert Inkunabeln — jene vor 1501 gedruckten Bücher —, Hunderttausende Druckwerke, Tausende Karten, Druckgrafiken und Zeichnungen. Insgesamt nähert sich die Bibliothek einer halben Million Dokumente. Der Lothringen-Bestand nimmt einen zentralen Platz ein: Er versammelt alles, was Geschichte, Geografie und geistiges Leben der Region betrifft. Hinzu kommt der Pflichtexemplarbestand der Drucker, der einen Teil der lokal erschienenen Produktion aufnimmt. Diese Schätze lassen sich vor Ort einsehen, in einem eigens für die Digitalisierung ausgestatteten Saal.

Ein außergewöhnlicher Lesesaal

Das heutige Gebäude aus den 1770er-Jahren besticht zunächst durch seinen großen Lesesaal mit zeitgenössischer Holzvertäfelung. Hier arbeitet man in einem geschichtsträchtigen Rahmen, zwischen alten Regalen und gedämpftem Licht, wenige Schritte von der Place Stanislas entfernt. Die Bibliothek verbindet dieses historische Ambiente mit modernen Diensten: Internet- und WLAN-Zugang, Recherchestationen, ein den kostbaren Dokumenten vorbehaltener Saal und ein Buchscanner, um ein Werk ohne Beschädigung zu reproduzieren. Diese Begegnung von Ambiente des 18. Jahrhunderts und digitalen Werkzeugen macht den Besuch zu einem besonderen Erlebnis, auf halbem Weg zwischen Museum und lebendigem Arbeitsraum.

Eine Bibliothek im digitalen Zeitalter

Die Bibliothek Stanislas beschränkt sich nicht auf ihre Mauern. Ein Teil ihrer Schätze ist inzwischen online über die digitale Bibliothek Limédia zugänglich, die Erbedokumente und alte Zeitungen bereitstellt. So lassen sich aus der Ferne Stücke durchblättern, die ihre Zerbrechlichkeit kostbar macht. Vor Ort bleiben Eintritt und Einsichtnahme frei und für alle offen. Die zum Ausleihen von Dokumenten oder zur Nutzung der Computer nötige Anmeldung ist für Einwohner von Nancy seit 2024 kostenlos. Dieses doppelte Leben, physisch und digital, lässt die Bibliothek zugleich Ort anspruchsvoller Forschung und wohnortnahen Dienst bleiben.

Infos pratiques

Adresse : 43 rue Stanislas, 54000 Nancy

Site / plus d'infos

Questions fréquentes

Wie sind die Öffnungszeiten der Bibliothek Stanislas?

Der Lesesaal ist Dienstag bis Freitag 9–19 Uhr und samstags 9–18 Uhr geöffnet; der Erbe-Saal Dienstag bis Freitag 13–19 Uhr und samstags 9–18 Uhr. An Feiertagen geschlossen.

Ist der Eintritt kostenpflichtig?

Nein: Eintritt und Einsichtnahme vor Ort sind frei und kostenlos. Nur die Anmeldung zum Ausleihen ist nötig, für Einwohner von Nancy kostenlos und für Auswärtige kostenpflichtig.

Was kann man dort einsehen?

Handschriften, über dreihundert Inkunabeln, einen umfangreichen Lothringen-Bestand, Karten, Druckgrafiken und Zeichnungen: insgesamt fast eine halbe Million Dokumente.

Wo befindet sich die Bibliothek?

In der Rue Stanislas 43, mitten in Nancy, wenige Schritte von der Place Stanislas entfernt.

Pexels — Alexis B · Pexels — Marc Schneid

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